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Presseinformation vom 12.01.2004

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Betriebserfahrungen und Ausbaupläne

Erste Betriebserfahrungen
Seit Dezember 2002 sind alle elf Anlagen in Betrieb und am Netz. Die Verfügbarkeit der Turbinen war anfangs wegen ungewohnter technischer Herausforderungen erwartungsgemäß eher schlecht. Mittlerweile liegt die Verfügbarkeit aber im erwarteten Bereich, da die komplexen Anforderungen des Standorts großteils im Griff sind.
Die außergewöhnlich stabilen Schönwetterlagen des Jahres 2003 (Hoch Helga im Februar, der ungewöhnlich lange, störungsfreie Sommer seit Mai) bescherten nicht nur den Bauern Ernteausfälle durch Dürre, auch die Windernte war heuer nicht besonders ertragreich. Mit knapp 35 Mio. kWh blieb der Tauernwindpark unter den Jahresprognosen von 37,5-45 Mio. kWh.
Erste wesentliche Erkenntnisse, die bereits jetzt aus dem Betrieb dieses Pilotprojekts in den Bergen gewonnen werden konnten: trotz langjähriger umfangreicher Messungen und Berechnungen ist der Wind im Gebirge nicht annähernd so leicht kalkulierbar wie im Flachland. Es gibt häufigere Turbulenzen und auch viel größere Ertragsunterschiede zwischen den einzelnen Anlagen als angenommen.
Der Blitzschlag stellt für die WKAs bis jetzt kein Problem dar, die teils heftigen Berggewitter haben noch keine nennenswerten Schäden angerichtet. Man hofft, dass sich diese Erfahrungen auch langfristig bestätigen. Kleinere Blitzschäden sind allerdings an den Windmesseinrichtungen und an den für die Datenübertragung notwendigen Telefonleitungen aufgetreten.
Probleme mit Vereisung sind bei den Windkraftanlagen nicht aufgetreten. Zwar kommt es bei entsprechender Witterung zu Vereisung, das führte bisher jedoch weder zu technischen Problemen noch zu nennenswerten Ertragseinbußen. Zwei 60m Windmessungen gingen aber durch Eislasten zu Bruch wodurch ein Schaden von
60 000€ verursacht wurde.

Zukunft: Photovoltaik
Für die kommenden Jahre sind eine Windparkerweiterung sowie die Errichtung einer Photovoltaikanlage geplant.
Die Photovoltaikanlage soll sich direkt im Windparkgelände südlich der WKA 7 – 8 befinden und sich über eine Fläche von 30 000 m² erstrecken. Geplant ist eine installierte Leistung von 2MWp, womit der Solarpark Oberzeiring nicht nur Österreichs höchstgelegener, sondern auch der leistungsstärkste wäre. Der Standort im Tauernwindpark ist aus mehreren Gründen ideal für ein solches Vorhaben:

· Durch die Höhenlage herrschen niedrige Temperaturen und hohe Einstrahlung vor, daher ist ein spezifisch hoher Stromertrag zu erwarten
· Hohe Windwahrscheinlichkeiten kühlen die Module zusätzlich zur relativ geringen Umgebungstemperatur, was die Leistungsfähigkeit weiter erhöht
· Geringe Luftverschmutzung und relativ kleine Schneelasten lassen kaum Abschattung und Verschmutzung der Gläser erwarten – eine Leistungsminderung durch diese Faktoren wird an diesem Standort kaum erwartet
· Ideale Geländeverhältnisse (Neigung, Ausrichtung), die eine gute Einbettung der Module in die Landschaft ermöglichen
Bereits vorhandene Infrastruktur inkl. Leitungskapazität; einziges alpines PV Projekt der Steiermark mit so geringem Infrastrukturbedarf und daher besonders umweltverträglichDie Investitionskosten werden insgesamt ca. 9 000 000€ betragen, ein Jahresertrag von 2 500 000 kWh ist prognostiziert. Derzeit wird an den Einreichunterlagen für die Bewilligungsverfahren gearbeitet, zur Realisierung des Projekts wird es voraussichtlich 2005 kommen, Voraussetzung dafür allerdings sind kostendeckende Einspeistarife.

Windparkerweiterung
Die für die geplante Windparkerweiterung gewidmete Fläche reicht für sechs neue Vestas V66 aus, für die Bewilligungen eingereicht werden jedoch nur 4 derartige Anlagen. Die Messungen machen derzeit eine Erweiterung lediglich um zwei Anlagen (2x 1,75 MW = 3,4 – 4,1 Mio. kWh Produktion, Investition ca. 3,4 Mio.€) wahrscheinlich, weitere Untersuchungen sollen ergeben, ob die zwei zusätzlichen Anlagen wirtschaftlich vertretbar sein können.
Grundsätzlich meint DI Johannes Trauttmansdorff, Geschäftsführer der Tauernwind Windkraftanlagen GmbH , zu allen Zukunftsplänen im Bereich Ökostromerzeugung: „Im Zusammenhang mit den jüngsten Aufregungen um die zu bestätigende Tarifverordnung kann ich nur sagen, dass es unverantwortlich ist, den nachhaltigen Umgang mit Energieressourcen zugunsten kurzsichtiger Wahlkampftaktiken zu torpedieren. Gerade im Bereich Ökoenergie sind kurzfristiges Denken und Handeln nicht angebracht, wenn wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Umwelt sichern wollen.“