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Betriebserfahrungen
und Ausbaupläne

Erste Betriebserfahrungen
Seit Dezember 2002 sind alle elf Anlagen in Betrieb und am Netz.
Die Verfügbarkeit der Turbinen war anfangs wegen ungewohnter
technischer Herausforderungen erwartungsgemäß eher
schlecht. Mittlerweile liegt die Verfügbarkeit aber im erwarteten
Bereich, da die komplexen Anforderungen des Standorts großteils
im Griff sind.
Die außergewöhnlich stabilen Schönwetterlagen des
Jahres 2003 (Hoch Helga im Februar, der ungewöhnlich lange,
störungsfreie Sommer seit Mai) bescherten nicht nur den Bauern
Ernteausfälle durch Dürre, auch die Windernte war heuer
nicht besonders ertragreich. Mit knapp 35 Mio. kWh blieb der Tauernwindpark
unter den Jahresprognosen von 37,5-45 Mio. kWh.
Erste wesentliche Erkenntnisse, die bereits jetzt aus dem Betrieb
dieses Pilotprojekts in den Bergen gewonnen werden konnten: trotz
langjähriger umfangreicher Messungen und Berechnungen ist
der Wind im Gebirge nicht annähernd so leicht kalkulierbar
wie im Flachland. Es gibt häufigere Turbulenzen und auch viel
größere Ertragsunterschiede zwischen den einzelnen Anlagen
als angenommen.
Der Blitzschlag stellt für die WKAs bis jetzt kein Problem
dar, die teils heftigen Berggewitter haben noch keine nennenswerten
Schäden angerichtet. Man hofft, dass sich diese Erfahrungen
auch langfristig bestätigen. Kleinere Blitzschäden sind
allerdings an den Windmesseinrichtungen und an den für die
Datenübertragung notwendigen Telefonleitungen aufgetreten.
Probleme mit Vereisung sind bei den Windkraftanlagen nicht aufgetreten.
Zwar kommt es bei entsprechender Witterung zu Vereisung, das führte
bisher jedoch weder zu technischen Problemen noch zu nennenswerten
Ertragseinbußen. Zwei 60m Windmessungen gingen aber durch
Eislasten zu Bruch wodurch ein Schaden von
60 000€ verursacht
wurde.
Zukunft: Photovoltaik
Für die kommenden Jahre sind eine Windparkerweiterung sowie
die Errichtung einer Photovoltaikanlage geplant.
Die Photovoltaikanlage soll sich direkt im Windparkgelände
südlich der WKA 7 – 8 befinden und sich über eine
Fläche von 30 000 m² erstrecken. Geplant ist eine installierte
Leistung von 2MWp, womit der Solarpark Oberzeiring nicht nur Österreichs
höchstgelegener, sondern auch der leistungsstärkste wäre.
Der Standort im Tauernwindpark ist aus mehreren Gründen ideal
für ein solches Vorhaben:
·
Durch die Höhenlage herrschen niedrige Temperaturen und hohe
Einstrahlung vor, daher ist ein spezifisch hoher Stromertrag zu
erwarten
·
Hohe Windwahrscheinlichkeiten kühlen die Module zusätzlich
zur relativ geringen Umgebungstemperatur, was die Leistungsfähigkeit
weiter erhöht
·
Geringe Luftverschmutzung und relativ kleine Schneelasten lassen
kaum Abschattung und Verschmutzung der Gläser erwarten – eine
Leistungsminderung durch diese Faktoren wird an diesem Standort
kaum erwartet
·
Ideale Geländeverhältnisse (Neigung, Ausrichtung), die
eine gute Einbettung der Module in die Landschaft ermöglichen
Bereits vorhandene Infrastruktur inkl. Leitungskapazität;
einziges alpines PV Projekt der Steiermark mit so geringem Infrastrukturbedarf
und daher besonders umweltverträglichDie Investitionskosten
werden insgesamt ca. 9 000 000€ betragen, ein Jahresertrag
von 2 500 000 kWh ist prognostiziert. Derzeit wird an den Einreichunterlagen
für die Bewilligungsverfahren gearbeitet, zur Realisierung
des Projekts wird es voraussichtlich 2005 kommen, Voraussetzung
dafür allerdings sind kostendeckende Einspeistarife.
Windparkerweiterung
Die für die geplante Windparkerweiterung gewidmete Fläche
reicht für sechs neue Vestas V66 aus, für die Bewilligungen
eingereicht werden jedoch nur 4 derartige Anlagen. Die Messungen
machen derzeit eine Erweiterung lediglich um zwei Anlagen (2x 1,75
MW = 3,4 – 4,1 Mio. kWh Produktion, Investition ca. 3,4 Mio.€)
wahrscheinlich, weitere Untersuchungen sollen ergeben, ob die zwei
zusätzlichen Anlagen wirtschaftlich vertretbar sein können.
Grundsätzlich meint DI Johannes Trauttmansdorff, Geschäftsführer
der Tauernwind Windkraftanlagen GmbH , zu allen Zukunftsplänen
im Bereich Ökostromerzeugung: „Im Zusammenhang mit den
jüngsten Aufregungen um die zu bestätigende Tarifverordnung
kann ich nur sagen, dass es unverantwortlich ist, den nachhaltigen
Umgang mit Energieressourcen zugunsten kurzsichtiger Wahlkampftaktiken
zu torpedieren. Gerade im Bereich Ökoenergie sind kurzfristiges
Denken und Handeln nicht angebracht, wenn wir unseren Kindern und
Enkeln eine lebenswerte Umwelt sichern wollen.“
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