Vom Frühjahr 2004 bis Februar 2005 wurde im
Tauernwindpark Oberzeiring ein Monitoring zur Abschätzung
der Effekte von Windenergieanlagen auf die Vogelwelt durchgeführt.
Wesentliche Ergebnisse:
Kleinvögel
wurden im Verhältnis zu anderen Windparks im Flachland in
bis zu 20fachem Ausmaß beobachtet. Ausweichverhaltensmuster
und Zugirritationen sind bei diesen Vögeln im Nahbereich
des Tauernwindparks deutlich erkennbar gewesen und erfolgen offensichtlich
im Bergland kurzfristiger vor einer Windkraftanlage. Durch den
hohen Vogelzug fällt auch der Vogelschlag pro Windkraftanlage
höher aus als bei den bisher unter-suchten Windparks in
Ostösterreich – allerdings ist das Risiko pro durchfliegendem
Individuum nur etwa halb so hoch.
Vogelzug
Positiv
ist weiters zu vermerken, dass der Zug von Groß-
und Greifvögeln in Oberzeiring sehr individuenarm
ist und Fledermäuse, die an manchen Flachland-Windparks
zu Schaden kommen, nicht beobachtet wurden. Daher können
die Barrierewirkung bzw. der Vogelschlag für diese
Arten als unbedenklich beurteilt werden.
Insgesamt
werden die Auswirkungen auf den Vogelzug am Standort Oberzeiring
als gering eingestuft, weil wenig Groß- und Greifvögel
das Gebiet frequentieren und der Kleinvogelschlag wegen
der großen Population der betroffenen Arten naturschutzfachlich
weniger relevant ist.
Wie
erwartet ist die Raumnutzung z. B. für Brut oder Nahrungserwerb
innerhalb des Windparkgeländes deutlich geringer als
außerhalb. Da jedoch die Nutzungsfrequenz in der
Region generell sehr gering ist erscheint dieser Effekt
wenig problematisch.
Birkwild
Das
Gebiet des Tauernwindparks wird nach wie vor auch direkt unterhalb
der Windkraftanlagen von Birkwild genutzt. Im Untersuchungszeitraum
ergab sich jedoch ein signifikanter Rückgang der Birkhuhnpopulation.
Dieser Rückgang liegt jedoch noch innerhalb der langjährig
beobachteten Schwankungsbreite. Deshalb ist noch nicht geklärt,
ob es sich um einen nachhaltigen Trend handelt.
Im
Rahmen dieser Untersuchung wurde kein Birkwild-Todfund
nachgewiesen. Fundberichte außerhalb des Monitorings
legen aber die Vermutung nahe, dass es bei schlechter
Sicht durch Anfliegen von Birkwild an die Türme
der WKAs (die Rotorblätter liegen bereits über
den beobachteten Flugbewegungen) Vogelschlagopfer geben
könnte.
Die Tauernwind Windkraftanlagen GmbH wird aufgrund dieser Ergebnisse das ornithologische
Monitoring freiwillig fortsetzen bis geklärt ist, ob bzw. in wie weit
die Birkhuhnpopulation beeinträchtigt wird.
Maßnahmen zum Vogelschutz
Die von den Fachleuten vorgeschlagenen Maßnahmen im Sinne des vorbeugenden
Naturschutzes zur Verringerung von potentiellen Störungen bzw. zur Schaffung
von Ersatzlebensräumen werden durch folgende Maßnahmen von Tauernwind
umgesetzt:
Abdichten
der Spalten des Generatorkastens zur Vermeidung von Lichtemissionen,
die nachtziehende Arten anlocken können.
Ökologisch
orientiertes Besucher- und Wartungsmanagement um die
Störung während der Birkhahnbalz zu verringern:
Windparkführungen werden je nach Witterung erst
ab Anfang/Mitte Juni durchgeführt, Wartungsarbeiten
davor werden auf das absolut notwendige Mindestmaß reduziert.
Verbesserung
der Birkhuhnlebensräume unterhalb des Windparkgeländes
durch Schwendungen, um zusätzliche Ersatzlebensräume
zu schaffen.
Abklärung,
ob eine bessere Sichtbarmachung der Turmfüße
möglich ist.
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