Windkraft und elektromagnetische
Wechselfelder („Elektrosmog“)
1. Spektrum elektromagnetischer Felder
Die Erde ist umgeben von natürlichen elektromagnetischen
Feldern (Sferics), ohne deren Einfluss sich kein Leben hätte
entwickeln können.
Daneben gibt es vom Menschen technisch erzeugte elektromagnetische
Felder (Technics), die zusätzliche Einflüsse bringen.
Bei den Technics muß man Nieder- und Hochfrequenz-Felder
unterscheiden.
Wetterfronten, alle Arten von elektrischen Generatoren und Hochspannungsleitungen
produzieren ausschließlich niederfrequente Felder (50 Hz).
Hochfrequente Felder gehen zum Beispiel von Mobiltelefon- oder
Radiosendemasten aus, aber auch von Haushaltsgeräten wie Induktions-
und Mikrowellenöfen.
Hochfrequente Felder entstehen bei Stromerzeugungsanlagen (damit
auch bei Windkraftanlagen) nicht bzw. nur in sehr eingeschränktem
Umfang durch Überlagerungseffekte. Landläufig werden
alle Arten von elektrischer Strahlung als Elektrosmog bezeichnet,
Nieder- und Hochfrequenz erfordern jedoch eine grundsätzlich
differenzierte Betrachtung.
2. Stärke, Verteilung und Grenzwerte von niederfrequenten
Feldern
Die Stärke der elektrischen bzw. magnetischen Felder nimmt
mit steigender Spannung bzw. Stromstärke zu und mit wachsendem
Abstand von der Quelle ab.
Demnach sind die stärksten Felder in unmittelbarer Nähe
zu Hochspannungsleitungen (380 kV) zu erwarten, während z.
B. bei von den Windkraftanlagen des Tauernwindparks (Mittelspannung
- 30 kV) verhältnismäßig geringe Felder ausgehen.
Wie aus einer Untersuchung der Landesanstalt für Umweltschutz
des Landes Baden-Württemberg hervorgeht, treten selbst bei
Hochspannungsleitungen bereits ab einem Abstand von 50 m Feldstärken
von max. 1 kV/m bzw. magnetische Flussdichten von max. 1 µT
auf. Die Grenzwerte der Ö-Norm liegen bei maximal 4 kV/m bzw.
5 µT.
Das deutsche Katalyse-Umweltinstitut schlägt für Hochspannungsleitungen
einen Mindestabstand von 40 m von besiedeltem Gebiet vor. Damit
liegt es über der Ö-Norm. Weiters definiert das Institut
einen Unbedenklichkeitsabstand bei 160 m, der nach Grundsätzen
der Baubiologie die gesundheitliche Unbedenklichkeit jedenfalls
garantiert.
Für Mittelspannungsanlagen bzw. -freileitungen werden 15 m
(Mindestabstand) und 80 m (Unbedenklichkeitsabstand) genannt.
Demnach ist ein Abstand von 80 m und mehr zu den Windkraftanlagen
des Tauernwindparks nach den strengen baubiologischen Kriterien
des Katalyse-Instituts als vollkommen unbedenklich einzustufen.
3. Mögliche Auswirkungen der Windkraftanlagen des Tauernwindparks
auf die Umgebung
Die nächstgelegenen bewohnten Ortschaften liegen derzeit
ca. 1,7 km vom Tauernwindpark entfernt, nach der geplanten Erweiterung
des Windparks ca. 1,3 km.
Von den nicht dauerhaft bewohnten Almhütten liegt die Klosterneuburger
Hütte mit 446 m (bzw. 274 m nach der geplanten Erweiterung)
am nächsten.
Bereits ab einem Abstand von 80 m zu den Windkraftanlagen erkennen
die strengsten Kriterien der Baubiologie eine Unbedenklichkeit
für Anlagen des 30 kV Bereiches.
Eine Auswirkung des Tauernwindparks auf Wohngebiet in bezug auf
Elektrosmog ist somit ebenso vollkommen ausgeschlossen wie eine
negative Auswirkung auf Besucher der Klosterneuburger Hütte.
Niederfrequente Felder, die man bei einer eventuellen Messung
in der Klosterneuburger Hütte feststellen könnte, rühren
wie bei jedem anderen Haushalt von den im unmittelbaren Umfeld
vorhandenen Elektrogeräten und –leitungen her, nicht
jedoch von den Windkraftanlagen.
Hochfrequente elektromagnetische Wechselfelder entstehen keinesfalls
bei Stromerzeugungsanlagen, damit auch nicht beim Tauernwindpark.
4. Leitungen des Tauernwindparks
Neben einem möglichen Einfluss der Windkraftanlagen selbst
kann die von der Tauernwind GmbH betriebene Mittelspannungserdleitung
im Zusammenhang mit elektromagnetischen Wechselfeldern erwähnt
werden.
Im Zuge der Errichtung des Tauernwindparks im Jahr 2002 wurde eine
bestehende Freileitung der Steweag entfernt und durch eine Erdkabelleitung
ersetzt, die zugleich bis in das Windparkgelände verlängert
wurde.
Wie aus mehreren Untersuchungen hervorgeht, gehen von Erdkabelleitungen
im Vergleich zu Freileitungen aufgrund des Dämpfungseffektes
des Erdreiches und der technisch notwendigen geerdeten metallischen
Kabelumhüllung nur ein Bruchteil der elektrischen und magnetischen
Felder aus.
Insofern haben die Aktivitäten der Tauernwind GmbH sogar im
unmittelbaren Umfeld zur ursprünglichen Freileitung zu einer
Verringerung der sog. Elektosmogemissionen beigetragen.
|